Ayurveda und Fasten

Jetzt beginnt die Fastenzeit! Im Ayurveda ein Anlass, den Stoffwechsel so richtig anzukurbeln, um Altes und Unverdautes zu verbrennen und loszulassen. Und dabei noch ein paar überflüssige Pfunde zu verlieren, ist für viele sicherlich auch nicht schlecht. Das Frühjahr ist naturgemäß die optimale Jahreszeit zur Entschlackung. Während des von Vata-Dosha dominierten Winters hat der Körper viel angesammelt, um sich zu stabilisieren und zu schützen. Mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen gehen nun die Schleusen auf und wir sind eingeladen, überschüssiges Kapha und Ama abzubauen. Wer dies nicht freiwillig mit einer Anti-Kapha-Frühjahrskur macht, wird meist in Form einer Frühjahrsgrippe dazu gezwungen. Also lieber präventiv in Freude und Leichtigkeit fasten, als krank im Bett zu liegen …

Fasten für Körper und Geist

Die Variationen einer Ayurveda-Fastenkur sind vielfältig: Von Trikatu vor dem Essen über eine Heißwassertherapie (ushapaan) bis hin zum einwöchigen Fastenprogramm (langham) für die körperliche Reinigung. Besonders wirkungsvoll ist es, das tägliche Trinkwasser auf die Hälfte einzukochen und in einem Kupfergefäß aufzubewahren. Damit entschlackt der Körper am besten. Wer in seiner Frühjahrskur auch eine Diät machen möchte, der sollte alle schweren, schleimigen und kalten Speisen meiden, viel Reis, Dal, Kohl- und Blattgemüse zu sich nehmen und vor jeder Mittagsmahlzeit 1/4 TL Trikatu (scharfe Ingwer-Pfeffermischung) mit Honig essen. Damit werden alle Altlasten im Organismus verbrannt. Andere Gewürze wie Hing, schwarzer Pfeffer, Ingwer, Senfsamen und Methisamen sollten nun ebenfalls großzügig verwendet werden.

Auch dem Geist tut es gut, alten oder ungesunden Gewohnheiten zu entsagen und einige ethische Regeln der Ayurveda-Philosophie wieder ernster zu nehmen. Diese betreffen auch unser Essverhalten: So empfiehlt Ayurveda sich vor der Nahrungszubereitung und -aufnahme innerlich und äußerlich zu reinigen (Hände waschen und beten), beim Essen nicht zu sprechen, nicht zu streiten und ausschließlich positive Gedanken zu haben. Damit wird jede Mahlzeit zur Meditation – eine sehr gute Achtsamkeitsübung zur Fastenzeit!

Ebenso helfen die wichtigen 3 Ernährungsregeln,

  1. Nicht zu viel essen (den Magen nur 3/4 füllen)
  2. Keine Zwischenmahlzeiten und nicht zu spät essen (letzte Mahlzeit vor 20.00 Uhr)
  3. Verdauungsfördernde Gewürze verwenden und auf alle 6 Geschmacksrichtungen achten

um den Körper und Geist zu reinigen und zu befreien.

Ein klassisches Rezept zur Reinigung, das alle Doshas ausgleicht und Agni anregt, ist Manda-Reiswasser. Die ayurvedische Literatur empfiehlt eine Reisbrühe als besonders bekömmliche Methode zum Vata-Kapha-Ausgleich: Hierzu wird Basmati-Reis in 14-facher Menge an Wasser für 25 Minuten gekocht, bis der Reis weich ist. Anschließend wird das Reiswasser gesiebt und in warmem Zustand getrunken. Die abgekochte Reisbrühe verfügt über eine ausgesprochen leichte Qualität und hilft bei Durchfall, Erbrechen und zum Entschlacken, speziell bei einer Ama-Ausleitungskur. Durch die Zugabe von Gewürzen kann das Reiswasser je nach angestrebter Wirkung und Intensität variiert werden.

Grundrezept Manda

2 EL Basmatireis

560 ml Wasser

Einen Topf erhitzen und den Reis darin 1-2 Minuten trocken anrösten. Nun das Wasser zufügen und den Reis zum Kochen bringen. Sobald der Reis weich ist, kann das Reiswasser abgegossen werden.

Wer sich gerne eine umfassende Fastenkur gönnen möchte, der findet viele Anleitungen und Tipps in der gängigen Ayurveda-Literatur und auch in meinem neusten Buch “Ayurveda und Detox”.

 

 

 

 

 

 

Zum Buch “Ayurveda und Detox”

 

 

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