Sattvische Ernährung

Sattvische Ernährung – reine Nahrung für den Geist

Unter der sattvischen Ernährung verstehen wir in der ayurvedischen Diätetik eine sehr reine und naturbelassene Ernährungsform, deren Ziel die Steigerung der geistigen Verfassung im Menschen ist. Die Ernährungskriterien werden nach den drei Gunas Tamas, Rajas und Sattva ausgerichtet und sollen bei der Überwindung von Tamas und Rajas und der Steigerung von Sattva unterstützend wirken. Damit entsprechen sie allen Prinzipien, mit der die Klarheit des Geistes, die Reinheit der Gefühle und die Kraft des Körpers gestärkt werden können.

Vegetarisch oder doch mit Fleisch? Dies ist die Gretchen-Frage in der ayurvedischen Ernährung, wenn es um das sattvische Bewusstsein geht. Denn das Ziel der sattvischen Ayurveda-Ernährung ist es, unsere spirituelle Entwicklung zu fördern und dafür ist eine naturbelassene Bio-Ernährung, die auf alle fleischlichen Eiweiße verzichtet, ein absolutes muss. Durch ahimsa, das geistige Prinzip der Gewaltlosigkeit, gewinnen wir an spiritueller Kraft, feinstofflicher Energie und geistiger Vitalität.

So werden in der sattvischen Ernährung alle tierischen Produkte wie Fleisch, Fisch und Eier strikt gemieden. Die einzige Quelle tierischen Eiweißes stellt die frische Bio-Milch sowie Butter, Ghee und etwas Joghurt dar. Auch anregende Reizstoffe wie Kaffee, schwarzer Tee, Knoblauch und Zwiebeln sind verboten, da sie einen schlechten Einfluss auf die Reinheit des Geistes ausüben. Ein weiterer wichtiger Aspekt der sattvischen Ernährung ist das Gebet: Jede Mahlzeit wird mit großer Dankbarkeit für Gottes Gaben in Bewusstheit zubereitet und in Ruhe eingenommen. Wir kochen mit viel Liebe und legen unsere ganze Zärtlichkeit in die Verarbeitung von lebendiger Nahrung – liebevoll schneiden wir unser Gemüse, atmen ihren Duft beim Kochen, hören es sanft köcheln und sehen die fertigen Speisen in ihrer heilenden Kraft vor unserem inneren Auge entstehen. Durch das Singen von spirituellen Versen (Mantras) können wir die heilende Kraft beim Kochen noch verstärken.

Nach diesen sattvischen Grundregeln richten traditionell alle Yogis und andere spirituell Suchenden ihre Ernährung aus und praktizieren diese in Klöstern und Tempeln.

Doch auch wenn wir kein strenges Yoga-Leben führen, kann die sattvische Ernährung eine wertvolle Therapie für uns darstellen. Die reine Ernährung befreit uns von psychischen Schlacken und bringt unterdrückte Gefühle an die Oberfläche. Gerade depressive oder traumatisierte Menschen sind oft mit “geistigem Ama” belastet und können mit der sattvischen Ernährung wieder in Kontakt mit sich Selbst kommen und sich von ihren Ängsten, Aggressionen und negativen Emotionen befreien.

Mit der richtigen Ernährung erfahren neue Lebendigkeit und Klarheit, die uns die Kraft geben kann, alte Persönlichkeitsmuster abzulegen und ein neues Selbstbild in das Leben zu integrieren. Dafür sollte etwa die Hälfte unserer Nahrung aus möglichst unbehandeltem Gemüse und Früchte bestehen, dazu kommen vollwertige Getreideprodukte und Nüsse. Die einfachen und mild gewürzten Speisen gleichen das körperliche und geistige Feuer aus und fördern inneren Frieden und Reinheit.  Der Grundgeschmack der sattvischen Diät setzt sich aus süßen und bitteren Nahrungsmitteln zusammen, wie z.B. süße Früchte, Nüsse oder Blattgemüse. Diese öffnen unseren Geist, befreien uns von negativen Emotionen und fördern den Heilungsprozess bei psychischen Erkrankungen.

Eine der wichtigsten sattvischen Ernährungsregeln lautet, am Abend eine gesunde, frisch gekochte Mahlzeit zu genießen. Das bedeutet in der Alltagpraxis für den normalen Mitteleuropäer, Abschied nehmen vom kalten Abendbrot und stattdessen eine warme Suppe oder ein leichtes Gericht mit Gemüse und Getreide einzunehmen.

Doch was so leicht (und lecker) klingt, kann für viele eine ungeahnte Herausforderung sein.  Häufig sind meine Klienten alles andere als begeistert, wenn ich ihnen vorschlage, sich ein warmes Abendessen zu kochen: „Was, ich soll mich nach einem langen Arbeitstag nochmals an den Herd stellen? Dazu bin ich viel zu müde…“ kommt als abwehrendes Argument. Oder: „Wenn ich abends nach Hause komme, bin ich so hungrig, dass ich alles in mich reinstopfe was im Kühlschrank ist. Danach lege ich mich auf Sofa und schlafe vor dem Fernseher ein.“ Gerade alleinstehende Berufstätige tun sich schwer mit einer hochwertigen Selbstversorgung und vielen fehlt es an Zeit und Energie, um eine positive Beziehung zu Herd und Küchenschürze aufzubauen.

In dieser Art leiden viele Menschen energetisch an einem Rajas-Überschuss, der sich in körperlicher und mentaler Überlastung, Stress und emotionaler Unausgeglichenheit manifestiert. Am Abend möchte der Organismus zur Ruhe kommen und wenn wir bereits ausgepowert sind, so ist die Verführung groß, bei einer Flasche Rotwein und einer Tafel Schokolade ins Tamas zu versinken, anstatt sich mit einer frischen Gemüsesuppe in einen Sattva-Zustand zu versetzen. So warten die gefährlichsten Ernährungsfallen erfahrungsgemäß in den Abendstunden auf uns, wenn wir müde und erschöpft sind und dem niedrigen Energiehaushalt nachgeben. Denn im tamasischen Energiefeld sind wir besonders anfällig für tamasische Speisen wie fast-food oder Süßigkeiten. Gelingt es uns hingegen, für den Abend noch genügend Lebensenergie aufzubewahren, so können wir diese für viele schöne und regenerative Dinge nutzen, die unsere spirituelle Kraft und Lebensqualität steigern.

Nach meiner Erfahrung ist die beste Methode, um ein Energieleck zu vermeiden, bereits am Nachmittag mit einem warmen Tee, entspannendem Spaziergang in der Natur oder einem Yogakurs das positive Energieniveau zu verstärken.  Mit dem ausgleichenden Aufbauprogramm tanken wir unsere Sattva-Batterien wieder auf und gewinnen die Kraft für alle Aufgaben – einschließlich des Kochens – am Abend.  Damit schließt sich der Sattva-Kreislauf für ein harmonisches, gesundes und spirituelles Leben im Sinne des Ayurveda.

Traditionelle Regeln der sattvischen Ernährung

Zu meiden
1. Vermeide Genusssucht und Gier beim Essen und achte auf die Reinheit Deiner Nahrung und Gesinnung
2. Vermeide schlechte Gesellschaft und eine negative Atmosphäre beim Essen
3. Vermeide alle scharfen Gewürze und anregenden Speisen (Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Pfeffer, Muskat)
4. Vermeide altes, aufgewärmtes und chemisch behandeltes Essen
5. Vermeide tote Nahrung und vermeide Fleisch, Fisch, Wurst und Eier
6. Vermeide alle Reiz- und Suchtmittel wie Kaffee, Alkohol, Nikotin und schwarzer Tee

Zu empfehlen
1. Lebe maßvoll und überlade Deinen Magen nicht.
2. Bevorzuge ausschließlich frische und liebevoll zubereitete Nahrung
3. Deine Nahrung sollte möglichst rein und einfach zubereitet sein: Im vollen Korn von Weizen, Reis, Gerste und Dinkel stecken reine Lebensenergie. Ebenso sind alle Gemüse, Früchte und Nüsse ein Geschenk der Natur. Von den Hülsenfrüchten sind die Mungbohnen die Königin und harmonisiert alle Sinne
4. Nehme Deine Nahrung weder heiß noch kalt und weder nass noch trocken ein
5. Beginne und beende jede Mahlzeit mit einem Gebet

Medhya Rasayanas

Anti-Stressmittel aus der Natur

Nie war es so wichtig, die eigene Immunkraft zu stärken, wie jetzt. Dabei steht nicht nur die körperliche Abwehrkraft im Fokus für die Gesundheit, sondern auch die psychische Belastungsfähigkeit ist gefordert, um diese schwere Zeit ohne nachhaltige Schäden zu überstehen. Denn die Einschränkungen des sozialen Lebens und Miteinanders mit homeoffice und social distancing fordert ihren Tribut: Laut neuester Studien leiden über ein Viertel der Bevölkerung unter depressiven Verstimmungen wie Angst- und Schlafstörungen, verminderte Konzentrations- und Antriebskraft, Einsamkeit und generellen Verlust an Lebensfreude. Weiterhin wird der Alltag vieler Menschen von den stress-erhöhenden Faktoren der aktuellen Situation bestimmt, die das private und berufliche Leben auf außergewöhnliche Weise belasten.

Wer nun seine psychische Gesundheit verbessern und Stress reduzieren möchte, der findet Hilfe bei der Ayurveda-Medizin. Diese verfügt über ein komplexes System mental balancierender Maßnahmen, welche auf der richtigen Ernährung (Sattva Ahara), Verhaltensweisen (Brahmacarya) und Kräuterrezepturen (Medhya Rasayana) basieren. Besonders effektiv ist der Einsatz von Medhya Rasayanas – also Gewürze und Kräuter zur mentalen Stärkung – zur ganzheitlichen Therapie psychischer Beschwerden unter außergewöhnlichen Stressbelastungen. Dies bestätigen auch aktuelle Erfahrungswerte aus Studien in Indien, die die Wirkungen von bekannten Medhya-Rasayana-Kräutern wie Guduchi, Ashwaganda, Amalaki und Brahmi in der Covid-19-Profylaxe und Therapie untersuchen. Die traditionelle Ayurveda-Medizin beschreibt die als Nahrungsergänzung leicht erhältlichen Medhya-Rasayanas als Kräuter, die sich durch eine nervenstärkende, konzentrations- und leistungssteigernde Wirkung auszeichnen. Im Rahmen einer ganzheitlichen Ayurveda-Therapie bei stressbedingten Beschwerden werden sie fester Bestandteil eines Behandlungsplans eingesetzt.

Amalaki, die Amla-Frucht (Phyllanthus emblica) ist der Allrounder gegen Stress. Die als „Mutter der Medizin“ bezeichnete Amla wird in der traditionellen Ayurveda-Heilkunde für ihre schützende, stärkende, regenerative und präventive Wirkung gegen alle stressbedingten Erkrankungen sehr geschätzt.

Ashwaganda, die Schlafbeere (Witania Somnifera) ist, wie sich aus dem deutschen Namen Schlafbeere bereits ableiten lässt, ein sehr gutes Akutmittel gegen Erschöpfung und Leistungsschwäche mit schlaffördernder Wirkung. Das Pulver aus der Wurzel der Pflanze gewonnen wird im Ayurveda für seine nervenberuhigende, kraft- und immunstärkend Wirkung sehr geschätzt. .

Brahmi, das Nabelkraut (Bacopa monnieri) gilt unter allen Medhya-Rasayanas als beste Pflanze für den Geist, um höhere mentale Fähigkeiten zu erwecken. Deshalb wurde das grüne Kraut auch nach Gott Brahma, dem Göttlichen benannt. Neben dieser spirituellen Bedeutung, die vor allem von Yogis und Priestern geschätzt wird, ist Brahmi eine sehr wirkungsvolle Rasayana-Pflanze, um das Gedächnis zu verbessern, die Nerven zu beruhigen und die Konzentration zu steigern.

Guduchi (Tinospora cordifolia) ist eine besonders ausgleichende Rasayana-Pflanze für alle Doshas. Die Kletterpflanze mit herzförmigen Blättern ist bekannt für ihre ausgleichende Wirkung auf das Verdauungssystem und die Psyche. Speziell für Menschen, die unter Druck mit Verhaltensauffälligkeiten oder Ticks reagieren, wird Guduchi als Nahrungsergänzung zur Selbstregulation empfohlen

Mandukarpani Centella asiatica) zeichnet sich durch eine angstlösende und beruhigende Wirkung aus. Die Heilpflanze wird als bewährtes Mittel bei psychosomatischen Stresserkrankungen und zur Burnout-Profylaxe eingesetzt.

Ayurveda-Detox-Tag

Die kleine Reinigungskur für zuhause

Auch außerhalb einer professionellen Panchakarma-Kur ist es aus ayurvedischer Sicht sinnvoll, den Körper in regelmäßigen Abständen von Ballast zu befreien. Deshalb haben wir ein kleines Ayurveda-Reinigungsprogramm für zu Hause zusammen gestellt.

Gönnen dir einen vitalisierenden Reinigungstag, um die Doshas ins Gleichgewicht zu bringen, das Agni zu optimieren, Ama abzubauen und die Psyche zu stärken. Dazu benötigen Sie nur drei Dinge:

  1. Einen Tag Zeit für viel Ruhe, Entspannung und etwas Bewegung an der frischen Luft.
  2. Abgekochtes Wasser Usnodaka und Reisbrühe Manda als reinigende Getränke über den ganzen Tag.
  3. Leicht verdauliche Mahlzeiten aus Khichari, einem leckeren Reis-Mung- Eintopf.

    Wenn du dir etwas Gutes tun willst und dir einen Detox-Tag gönnen magst, so solltest du an diesem Tag nicht arbeiten, denn nur in der Entspannung kann der Körper gut ausleiten und regenerieren. Kochee dir am Morgen 1,5 Liter abgekochtes Wasser Usnodaka und 1 Liter Reisbrühe Manda und trinke dies über den Tag verteilt. Für das Mittag- und Abendessen bereite jeweils einen frischen Khichari – Reis-Mungeintopf mit Gemüse – zu, den du in Ruhe und Achtsamkeit zu dir nimmst.

    Plane auch eine umfassende Morgenroutine mit Selbstmassage, Yoga und Meditation in den Tagesablauf ein. Damit schenkst du dir eine ganzheitliche Rundum-Erneuerung an Ihrem Detox-Tag.

Ayurvedische Detox-Rezepte

Usnodaka – abgekochtes Wasser
Erhitzen 2 Liter Wasser in einem Topf und köchel es auf 1,5 Liter ein. So wirkt es besonders reinigend und auskratzend. Das abgekochte Wasser in eine Thermoskanne füllen und über den Tag verteilt trinken.
Je nachdem, wann Sie trinken, beeinflussen Sie auch die Wirkung:
• Trinke viel heißes Wasser am Morgen, so reinigt es den Körper und regt die Ausscheidungen an.
• Trinke viel heißes Wasser am Abend vor dem Schlafengehen, so schwemmt es Toxine (Ama) aus und reduziert Fettgewebe.

Manda-Reisbrühe als Zwischenmahlzeit
Ayurveda empfiehlt eine Reisbrühe als besonders bekömmliche Reinigungsmethode mit Vata-Ausgleich:
Röste 2 EL (40g) Basmatireis 1-2 Minuten in einem Topf an und gib es dann 560 ml heißes Wasser dazu. Den Reis 15 Minuten weich köcheln, 1 MS Steinsalz zufügen und das Reiswasser absieben. In eine Thermoskanne füllen und am Vor- und Nachmittag als „Zwischenmahlzeit“ trinken.

Khichari
Reis-Linseneintopf als Hauptmahlzeit

Zutaten
2 EL Reis
2 EL Mungbohnen
1 TL Ghee
400 ml heißes Wasser
1 MS Hing
1 MS Kurkuma
¼ TL Kreuzkümmelsamen
½ TL frischen Ingwer, fein gerieben
1 Karotte
½ Zucchini
¼ TL Steinsalz
1 TL Zitronensaft
Koriandergrün

Zubereitung
• Ghee in einem Topf erhitzen.
• Hing und Kreuzkümmelsamen zufügen, umrühren, dann Reis und Mungobohnen zufügen und für 1-2 Minuten anrösten. Kurkuma und Ingwer unterrühren. 350 ml Wasser aufgießen und zum Kochen bringen.
• Karotte und Zucchini würfeln, dem Khichari zufügen und alles zusammen köcheln lassen bis das Wasser verkocht ist.
• Nun mit Steinsalz, Zitronensaft und etwas frischem Koriandergrün (falls vorhanden) abschmecken. Gerne kann auch noch etwas Kreuzkümmel und Ghee am Ende zugefügt werden.

Ayurvedisches Weihnachtsmenü

Ayurvedisches Menü zu Weihnachten

Im Ayurveda ist Kochen eine Kunst und Wissenschaft zugleich. Zum guten Gelingen braucht es das Wissen um die heilende Wirkung von Nahrungsmitteln, Gewürzen und Zubereitungsformen in Kombination mit der richtigen inneren Einstellung und spirituellen Atmosphäre während des Kochens. Das ayurvedische Weihnachtsmenü würde von Ayurveda-Koch und -Spezialist Dag Weinmann zusammengestellt und lässt keine Wünsche offen. Die Rezepte sind allesamt einfach zuzubereiten.

Erster Gang: Rote Bete-Rosen-Suppe

300 g Rote Bete, klein gewürfelt
200 ml Kokosmilch
300 ml rote Bete Saft
1 TL Salz
je 4 Nelken und Sternanis
2 Zimtstangen
2 EL Himbeeressig
bunter Pfeffer (oder schwarzer Pfeffer)
3 TL Rosenwasser
1 Zweig Dill, geschnitten

Die Rote Bete mit Kokosmilch und rote Bete Saft ansetzen, Salz, Nelken, Sternanis, Zimtstangen und Himbeeressig hinzufügen. Alles 15 bis 20 Minuten weich köcheln.
Dann den bunten Pfeffer, Rosenwasser und Dill in die Suppe einrühren, ein paar Minuten durchziehen lassen, mit Salz abschmecken und servieren.

Zweiter Gang: Avocado-Radieschen-Rohkost

Kleiner Bund Radieschen, geviertelt
1 reife Avocado, geschält und gewürfelt
2 Hände voll Kürbiskerne

PESTO
Ca. 1/2 Bund Petersilie
Je 50 ml Kürbiskernöl und Mandelmilch
1 Knoblauchzehe
Kleiner TL Salz
Saft einer 1/2 Zitrone

Die geviertelten Radieschen und die gewürfelte Avocado in eine Schüssel geben. In etwas Olivenöl die Kürbiskerne anrösten und leicht salzen. Für das Pesto alle Zutaten in ein Mixer oder Gefäß füllen und durchmixen. Mit den Radieschen, Avocado und Kürbiskernen vermengen und servieren. 

Dritter Gang: Ananas-Chutney mit Piment

1 EL Kokosfett
1 TL Schwarzkümmel
1 kleine rote Chili
1 EL Curryblätter, mit den Händen grob zerrieben
Je 3/4 TL Kurkuma und Pimentpulver
1/2 reife Ananas, klein gewürfelt
4-5 Datteln, klein geschnitten
Guter Spritzer Zitronensaft
Prise Salz

Das Kokosfett erhitzen und darin Schwarzkümmel, Chili sowie Curryblätter anbrutzeln. Nun Kurkuma, Piment, Ananas und Datteln untermengen und 5 Minuten dünsten lassen. Mit Zitronensaft und Salz abrunden, 5 Minuten durchziehen lassen und fertig ist ein vorzügliches Chutney.

Dritter Gang: Mangold-Curry mit Apfel

2 EL Ghee oder Sesamöl
1 Zwiebel, gehackt
1 TL Kreuzkümmel
2 ½ TL Currypulver nach Wahl
ca. 600 g Mangold, die Stile klein und die Blätter grob geschnitten
2-3 Äpfel, geschnitten 
je 150 Wasser und Sahne (vegan: 300 ml Mandelmilch) 
1 ½ TL Salz
gerösteter Sesam 

Ghee oder Sesamöl in einem Topf erhitzen und das Zwiebelchen darin glasig dünsten. Nun Kreuzkümmel sowie Currypulver 1 Minute mitdünsten, Mangold hinzufügen und 5 Minuten unter Rühren dünsten lassen. Wasser und Sahne, Äpfel und Salz untermischen und weitere 3-5 Minuten weich dünsten. Mit geröstetem Sesam bestreut servieren.

Dritter Gang: Kartoffel-Selleriestampf mit Walnuss-Butter

STAMPF
Je 400 g Sellerie und Kartoffeln, geschält
300 ml Gemüsebrühe 
1 TL Ingwerpulver 
1/2 TL Salz 
Frische Frühlingszwiebeln, klein geschnitten 

WALNUSS-BUTTER
Ca. 100 g butterweiche Butter
1 gute Hand voll Walnüsse 
kleiner Bund Petersilie, geschnitten 
Saft einer kleinen 1/2 Zitrone 
Frischer Pfeffer 
1/2 TL Salz 

Sellerie und Kartoffeln mit Ingwerpulver und Salz in der Gemüsebrühe 15-20 Minuten gar köcheln. Die Butter mit den restlichen Zutaten mischen und pürieren. Das Gemüse zu einem groben Stampf stampfen, Frühlingszwiebeln unterheben und ebenso ein Teil der Walnuss-Butter (je nach Geschmack!) Mit frischen Sprossen dekoriert servieren, sofern du welche hast. 

Dritter Gang: Berglinsen-Dal

150 g Berglinsen, 2h eingeweicht und Wasser weg geschüttet
je 2 TL Koriander und Fenchel zerstoßen
1 ½ TL Paprikapulver
1 gestrichener TL Kurkuma
2 großzügige TL Tomatenmark
½ TL Chilipulver
4 Lorbeerblätter oder Nelken
2 Zimtstangen 
800 ml Wasser
1 ½ TL Salz
kleine Stange Lauch oder 3 Stängel vom Stangensellerie
2 EL Ghee oder Sesamöl

Die Berglinsen mit den kameradschaftlichen Gewürzen (außer dem Salz) sowie dem kostbaren Wasser ansetzen, sachte aufkochen und 30-40 verträumte Minuten leicht vor sich hin köcheln lassen. Salz, Lauch oder Stangensellerie sowie Ghee oder Sesamöl hinzufügen und weitere 5 Minuten köcheln lassen.

Vierter Gang: Glutenfreies Zwetschgen-Mohn-Crumble

STREUSEL
200 g Buchweizenmehl
3 EL Mohnsamen
150 g Butter
ca. 100 g Rohrzucker
2 TL Zimt 
große Prise Salz

Aus obigen Zutaten locker flockig Streusel kneten. Diese 20-30 Minuten in den Kühlschrank tun.

ZWETSCHGEN
Ca. 500 g Zwetschgen aus dem Glas
100 ml Rotwein oder Zwetschgensaft
2-3 EL Ahornsirup

Die drei Zutaten in eine Auflaufform geben, die Streusel darauf verteilen und voller Küchenstolz in den vorgeheizten Ofen bei 170° Grad geben. Nach 30-40 Minuten sollte das Zwetschgenmahl fertig sein. Natürlich klassischerweise mit geschlagener Sahne servieren.

Dag Weinmann ist ausgebildeter Ayurveda-Koch und -Spezialist und verwöhnt bereits seit vielen Jahren unsere Gäste in Birstein mit köstlichen und hochwertigen ayurvedischen Gerichten. Wir sagen Danke für dieses leckere ayurvedische Weihnachtsmenü und wünschen viel Freude beim Kochen und Genießen!

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Kräuter und Gewürze

Ayurveda-Hausapotheke gegen Erkältungserkrankungen

Ayurvedische Kräuter und einfache Gewürze aus dem Küchenschrank können Erkältungskrankheiten auf gezielte Weise positive beeinflussen. Kennen wir die Symptome und Einsatzmöglichkeiten der dazu passenden Substanzen, können wir gute Ergebnisse bei Erkältungskrankheiten erzielen.

Gewürznelken sind besonders zur Prophylaxe geeignet, unterstützen jedoch auch akut den Heilungsprozess. Sie fördern die Schleimreduktion, entkrampfen die Atemwege und haben sich bei verschiedenen Atemwegserkrankungen bewährt. Zur Vorbeugung sollte man einfach in der kalten Jahreszeit mehrmals täglich eine Gewürznelke kauen oder besser noch einen Tee bereiten: 5 bis 10 Gewürznelken in einem Liter Wasser 10 bis 20 min. abgedeckt kochen und über den Tag verteilt heiß genießen.

Kurkuma (Gelbwurz) ist ein hervorragendes Mittel bei Erkältungskrankheiten und geschwächter Abwehr, sowohl zur Vorbeugung, als auch in den Anfangsstadien und flankierend zur Behandlung. Es ist erwärmend und ‘reinigt das Blut’. Vor allem durch seinen bitteren Geschmack wirkt es sich positiv bei allen Erregerformen aus, ist quasi ‘antiseptisch’. Er ist entzündungshemmend, schmerzlindernd und entgiftend. Gern wird er bei Mandelentzündung zum häufigen Gurgeln verwendet. Generell aber kommt das Pulver innerlich in einer Dosierung von 2 bis 3 g zweimal täglich mit warmem Wasser eine halbe Stunde vor der Mahlzeit zum Einsatz.

Ingwer ist ebenfalls scharf, wärmt und fördert den Stoffwechsel. Zudem entkrampft es die Atemwege und tonisiert die Stimme. Besonders im Anfangsstadium von Erkältungskrankheiten sollte Ingwer in allen Formen eingenommen werden (als Pulver mit Honig, als Tee, als Gewürz) besonders gut ist jedoch, einen halben Teelöffel frischen geriebenen Ingwer mit einer Prise Steinsalz kurz vor den Mahlzeiten zu verwenden, ggf. mit ein paar Tropfen vom Saft einer Bio-Zitrone.

Süßholz nimmt eine wichtige Rolle bei Erkältungskrankheiten ein. Es reduziert alle drei doshas, ist bei ausgeprägter kapha-Dominanz jedoch zurückhaltend einzusetzen. Es ist ein aufbauendes Mittel (rasayana), kräftigt und harmonisiert auch die Psyche. Besonders lindernd wirkt es auf den Rachen bei Heiserkeit und Halsschmerzen. Es ist auswurffördernd und kann somit auch bei Prozessen, die tiefer in den Bronchien sitzen, eingenommen werden: als Tee 1 bis 2g 2 bis 3x täglich oder die groben Wurzelstücke kauen. Es ist eine Art „Schleimhautpflege“.

Kalmus erhält man in der Apotheke. Diese scharfe Knolle reduziert stark kapha, ist jedoch nur zurückhaltend bei dominanten pitta einzunehmen. Es ‘kratzt’ das kapha aus den Atemwegen und weitet die Bronchien. Als beruhigendes, nervenkräftigendes Kraut ist es somit besonders gut bei Asthma bronchiale geeignet. Zudem ist es gut für die Stimme und schmerzlindernd. Das Pulver wird gering dosiert: 0,5 g 2 bis 3x täglich mit Honig.

Vasa ist das klassische Heilkraut im Ayurveda für Erkrankungen, die mit Husten und Atemnot (z.B. Bronchitis, Asthma bronchiale) einhergehen. Somit ist es zu bevorzugen, wenn die Symptome in tiefere Regionen des Atemtraktes abgestiegen sind. Es reduziert kapha und pitta, ist sehr bitter, auswurffördernd und weitet die Bronchien. Allerdings erhält man es nur in ayurvedischen Fachversandhandel. Die Dosierung des Pulvers wäre 3 bis 5 g 2 bis 3x täglich mit Honig. Auch als medizinischer Likör ist es erhältlich.

Indischer Weihnrauch hat in der Fachwelt bei der Behandlung von Gelenkserkrankungen Aufsehen erregt. Es wird z.Zt. intensiv beforscht. Allerdings ist kaum bekannt, dass er mit seiner entzündungshemmenden, wundheilenden und schmerzlindernden Wirkung auch besonders für den Atemtrakt zu empfehlen ist. Er ist auswurffördernd, reduziert kapha und pitta und erhöht nachweislich die lokale Abwehr im Atemtrakt. Er wird bei chronisch-entzündlichen und eiterbildenden Erkrankungen der tieferen Atemwege empfohlen (1 bis 3g gereinigtes Pulver des Harzes 2 bis 3x täglich).

Bibhitaka ist ein berühmtes Tonikum (rasayana) im Ayurveda und Teil der Kombination Triphala (“die drei Früchte”). Es ist wärmend und reduziert alle drei doshas. Diese kräftigende Wirkung zeitigt es besonders bei Bronchitis und Asthma bronchiale. Man gibt es gern in Kombination mit anderen Mitteln für die Atemwege. Das Pulver ist unbedenklich als Nahrungsergänzung in einer Dosierung von 3 bis 6g 2 bis 3x täglich mit Honig einzunehmen und ist im Fachversandhandel erhältlich.

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