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Medhya Rasayanas

Anti-Stressmittel aus der Natur

Nie war es so wichtig, die eigene Immunkraft zu stärken, wie jetzt. Dabei steht nicht nur die körperliche Abwehrkraft im Fokus für die Gesundheit, sondern auch die psychische Belastungsfähigkeit ist gefordert, um diese schwere Zeit ohne nachhaltige Schäden zu überstehen. Denn die Einschränkungen des sozialen Lebens und Miteinanders mit homeoffice und social distancing fordert ihren Tribut: Laut neuester Studien leiden über ein Viertel der Bevölkerung unter depressiven Verstimmungen wie Angst- und Schlafstörungen, verminderte Konzentrations- und Antriebskraft, Einsamkeit und generellen Verlust an Lebensfreude. Weiterhin wird der Alltag vieler Menschen von den stress-erhöhenden Faktoren der aktuellen Situation bestimmt, die das private und berufliche Leben auf außergewöhnliche Weise belasten.

Wer nun seine psychische Gesundheit verbessern und Stress reduzieren möchte, der findet Hilfe bei der Ayurveda-Medizin. Diese verfügt über ein komplexes System mental balancierender Maßnahmen, welche auf der richtigen Ernährung (Sattva Ahara), Verhaltensweisen (Brahmacarya) und Kräuterrezepturen (Medhya Rasayana) basieren. Besonders effektiv ist der Einsatz von Medhya Rasayanas – also Gewürze und Kräuter zur mentalen Stärkung – zur ganzheitlichen Therapie psychischer Beschwerden unter außergewöhnlichen Stressbelastungen. Dies bestätigen auch aktuelle Erfahrungswerte aus Studien in Indien, die die Wirkungen von bekannten Medhya-Rasayana-Kräutern wie Guduchi, Ashwaganda, Amalaki und Brahmi in der Covid-19-Profylaxe und Therapie untersuchen. Die traditionelle Ayurveda-Medizin beschreibt die als Nahrungsergänzung leicht erhältlichen Medhya-Rasayanas als Kräuter, die sich durch eine nervenstärkende, konzentrations- und leistungssteigernde Wirkung auszeichnen. Im Rahmen einer ganzheitlichen Ayurveda-Therapie bei stressbedingten Beschwerden werden sie fester Bestandteil eines Behandlungsplans eingesetzt.

Amalaki, die Amla-Frucht (Phyllanthus emblica) ist der Allrounder gegen Stress. Die als „Mutter der Medizin“ bezeichnete Amla wird in der traditionellen Ayurveda-Heilkunde für ihre schützende, stärkende, regenerative und präventive Wirkung gegen alle stressbedingten Erkrankungen sehr geschätzt.

Ashwaganda, die Schlafbeere (Witania Somnifera) ist, wie sich aus dem deutschen Namen Schlafbeere bereits ableiten lässt, ein sehr gutes Akutmittel gegen Erschöpfung und Leistungsschwäche mit schlaffördernder Wirkung. Das Pulver aus der Wurzel der Pflanze gewonnen wird im Ayurveda für seine nervenberuhigende, kraft- und immunstärkend Wirkung sehr geschätzt. .

Brahmi, das Nabelkraut (Bacopa monnieri) gilt unter allen Medhya-Rasayanas als beste Pflanze für den Geist, um höhere mentale Fähigkeiten zu erwecken. Deshalb wurde das grüne Kraut auch nach Gott Brahma, dem Göttlichen benannt. Neben dieser spirituellen Bedeutung, die vor allem von Yogis und Priestern geschätzt wird, ist Brahmi eine sehr wirkungsvolle Rasayana-Pflanze, um das Gedächnis zu verbessern, die Nerven zu beruhigen und die Konzentration zu steigern.

Guduchi (Tinospora cordifolia) ist eine besonders ausgleichende Rasayana-Pflanze für alle Doshas. Die Kletterpflanze mit herzförmigen Blättern ist bekannt für ihre ausgleichende Wirkung auf das Verdauungssystem und die Psyche. Speziell für Menschen, die unter Druck mit Verhaltensauffälligkeiten oder Ticks reagieren, wird Guduchi als Nahrungsergänzung zur Selbstregulation empfohlen

Mandukarpani Centella asiatica) zeichnet sich durch eine angstlösende und beruhigende Wirkung aus. Die Heilpflanze wird als bewährtes Mittel bei psychosomatischen Stresserkrankungen und zur Burnout-Profylaxe eingesetzt.

Ayurveda-Detox-Tag

Die kleine Reinigungskur für zuhause

Auch außerhalb einer professionellen Panchakarma-Kur ist es aus ayurvedischer Sicht sinnvoll, den Körper in regelmäßigen Abständen von Ballast zu befreien. Deshalb haben wir ein kleines Ayurveda-Reinigungsprogramm für zu Hause zusammen gestellt.

Gönnen dir einen vitalisierenden Reinigungstag, um die Doshas ins Gleichgewicht zu bringen, das Agni zu optimieren, Ama abzubauen und die Psyche zu stärken. Dazu benötigen Sie nur drei Dinge:

  1. Einen Tag Zeit für viel Ruhe, Entspannung und etwas Bewegung an der frischen Luft.
  2. Abgekochtes Wasser Usnodaka und Reisbrühe Manda als reinigende Getränke über den ganzen Tag.
  3. Leicht verdauliche Mahlzeiten aus Khichari, einem leckeren Reis-Mung- Eintopf.

    Wenn du dir etwas Gutes tun willst und dir einen Detox-Tag gönnen magst, so solltest du an diesem Tag nicht arbeiten, denn nur in der Entspannung kann der Körper gut ausleiten und regenerieren. Kochee dir am Morgen 1,5 Liter abgekochtes Wasser Usnodaka und 1 Liter Reisbrühe Manda und trinke dies über den Tag verteilt. Für das Mittag- und Abendessen bereite jeweils einen frischen Khichari – Reis-Mungeintopf mit Gemüse – zu, den du in Ruhe und Achtsamkeit zu dir nimmst.

    Plane auch eine umfassende Morgenroutine mit Selbstmassage, Yoga und Meditation in den Tagesablauf ein. Damit schenkst du dir eine ganzheitliche Rundum-Erneuerung an Ihrem Detox-Tag.

Ayurvedische Detox-Rezepte

Usnodaka – abgekochtes Wasser
Erhitzen 2 Liter Wasser in einem Topf und köchel es auf 1,5 Liter ein. So wirkt es besonders reinigend und auskratzend. Das abgekochte Wasser in eine Thermoskanne füllen und über den Tag verteilt trinken.
Je nachdem, wann Sie trinken, beeinflussen Sie auch die Wirkung:
• Trinke viel heißes Wasser am Morgen, so reinigt es den Körper und regt die Ausscheidungen an.
• Trinke viel heißes Wasser am Abend vor dem Schlafengehen, so schwemmt es Toxine (Ama) aus und reduziert Fettgewebe.

Manda-Reisbrühe als Zwischenmahlzeit
Ayurveda empfiehlt eine Reisbrühe als besonders bekömmliche Reinigungsmethode mit Vata-Ausgleich:
Röste 2 EL (40g) Basmatireis 1-2 Minuten in einem Topf an und gib es dann 560 ml heißes Wasser dazu. Den Reis 15 Minuten weich köcheln, 1 MS Steinsalz zufügen und das Reiswasser absieben. In eine Thermoskanne füllen und am Vor- und Nachmittag als „Zwischenmahlzeit“ trinken.

Khichari
Reis-Linseneintopf als Hauptmahlzeit

Zutaten
2 EL Reis
2 EL Mungbohnen
1 TL Ghee
400 ml heißes Wasser
1 MS Hing
1 MS Kurkuma
¼ TL Kreuzkümmelsamen
½ TL frischen Ingwer, fein gerieben
1 Karotte
½ Zucchini
¼ TL Steinsalz
1 TL Zitronensaft
Koriandergrün

Zubereitung
• Ghee in einem Topf erhitzen.
• Hing und Kreuzkümmelsamen zufügen, umrühren, dann Reis und Mungobohnen zufügen und für 1-2 Minuten anrösten. Kurkuma und Ingwer unterrühren. 350 ml Wasser aufgießen und zum Kochen bringen.
• Karotte und Zucchini würfeln, dem Khichari zufügen und alles zusammen köcheln lassen bis das Wasser verkocht ist.
• Nun mit Steinsalz, Zitronensaft und etwas frischem Koriandergrün (falls vorhanden) abschmecken. Gerne kann auch noch etwas Kreuzkümmel und Ghee am Ende zugefügt werden.

Ayurvedisches Weihnachtsmenü

Ayurvedisches Menü zu Weihnachten

Im Ayurveda ist Kochen eine Kunst und Wissenschaft zugleich. Zum guten Gelingen braucht es das Wissen um die heilende Wirkung von Nahrungsmitteln, Gewürzen und Zubereitungsformen in Kombination mit der richtigen inneren Einstellung und spirituellen Atmosphäre während des Kochens. Das ayurvedische Weihnachtsmenü würde von Ayurveda-Koch und -Spezialist Dag Weinmann zusammengestellt und lässt keine Wünsche offen. Die Rezepte sind allesamt einfach zuzubereiten.

Erster Gang: Rote Bete-Rosen-Suppe

300 g Rote Bete, klein gewürfelt
200 ml Kokosmilch
300 ml rote Bete Saft
1 TL Salz
je 4 Nelken und Sternanis
2 Zimtstangen
2 EL Himbeeressig
bunter Pfeffer (oder schwarzer Pfeffer)
3 TL Rosenwasser
1 Zweig Dill, geschnitten

Die Rote Bete mit Kokosmilch und rote Bete Saft ansetzen, Salz, Nelken, Sternanis, Zimtstangen und Himbeeressig hinzufügen. Alles 15 bis 20 Minuten weich köcheln.
Dann den bunten Pfeffer, Rosenwasser und Dill in die Suppe einrühren, ein paar Minuten durchziehen lassen, mit Salz abschmecken und servieren.

Zweiter Gang: Avocado-Radieschen-Rohkost

Kleiner Bund Radieschen, geviertelt
1 reife Avocado, geschält und gewürfelt
2 Hände voll Kürbiskerne

PESTO
Ca. 1/2 Bund Petersilie
Je 50 ml Kürbiskernöl und Mandelmilch
1 Knoblauchzehe
Kleiner TL Salz
Saft einer 1/2 Zitrone

Die geviertelten Radieschen und die gewürfelte Avocado in eine Schüssel geben. In etwas Olivenöl die Kürbiskerne anrösten und leicht salzen. Für das Pesto alle Zutaten in ein Mixer oder Gefäß füllen und durchmixen. Mit den Radieschen, Avocado und Kürbiskernen vermengen und servieren. 

Dritter Gang: Ananas-Chutney mit Piment

1 EL Kokosfett
1 TL Schwarzkümmel
1 kleine rote Chili
1 EL Curryblätter, mit den Händen grob zerrieben
Je 3/4 TL Kurkuma und Pimentpulver
1/2 reife Ananas, klein gewürfelt
4-5 Datteln, klein geschnitten
Guter Spritzer Zitronensaft
Prise Salz

Das Kokosfett erhitzen und darin Schwarzkümmel, Chili sowie Curryblätter anbrutzeln. Nun Kurkuma, Piment, Ananas und Datteln untermengen und 5 Minuten dünsten lassen. Mit Zitronensaft und Salz abrunden, 5 Minuten durchziehen lassen und fertig ist ein vorzügliches Chutney.

Dritter Gang: Mangold-Curry mit Apfel

2 EL Ghee oder Sesamöl
1 Zwiebel, gehackt
1 TL Kreuzkümmel
2 ½ TL Currypulver nach Wahl
ca. 600 g Mangold, die Stile klein und die Blätter grob geschnitten
2-3 Äpfel, geschnitten 
je 150 Wasser und Sahne (vegan: 300 ml Mandelmilch) 
1 ½ TL Salz
gerösteter Sesam 

Ghee oder Sesamöl in einem Topf erhitzen und das Zwiebelchen darin glasig dünsten. Nun Kreuzkümmel sowie Currypulver 1 Minute mitdünsten, Mangold hinzufügen und 5 Minuten unter Rühren dünsten lassen. Wasser und Sahne, Äpfel und Salz untermischen und weitere 3-5 Minuten weich dünsten. Mit geröstetem Sesam bestreut servieren.

Dritter Gang: Kartoffel-Selleriestampf mit Walnuss-Butter

STAMPF
Je 400 g Sellerie und Kartoffeln, geschält
300 ml Gemüsebrühe 
1 TL Ingwerpulver 
1/2 TL Salz 
Frische Frühlingszwiebeln, klein geschnitten 

WALNUSS-BUTTER
Ca. 100 g butterweiche Butter
1 gute Hand voll Walnüsse 
kleiner Bund Petersilie, geschnitten 
Saft einer kleinen 1/2 Zitrone 
Frischer Pfeffer 
1/2 TL Salz 

Sellerie und Kartoffeln mit Ingwerpulver und Salz in der Gemüsebrühe 15-20 Minuten gar köcheln. Die Butter mit den restlichen Zutaten mischen und pürieren. Das Gemüse zu einem groben Stampf stampfen, Frühlingszwiebeln unterheben und ebenso ein Teil der Walnuss-Butter (je nach Geschmack!) Mit frischen Sprossen dekoriert servieren, sofern du welche hast. 

Dritter Gang: Berglinsen-Dal

150 g Berglinsen, 2h eingeweicht und Wasser weg geschüttet
je 2 TL Koriander und Fenchel zerstoßen
1 ½ TL Paprikapulver
1 gestrichener TL Kurkuma
2 großzügige TL Tomatenmark
½ TL Chilipulver
4 Lorbeerblätter oder Nelken
2 Zimtstangen 
800 ml Wasser
1 ½ TL Salz
kleine Stange Lauch oder 3 Stängel vom Stangensellerie
2 EL Ghee oder Sesamöl

Die Berglinsen mit den kameradschaftlichen Gewürzen (außer dem Salz) sowie dem kostbaren Wasser ansetzen, sachte aufkochen und 30-40 verträumte Minuten leicht vor sich hin köcheln lassen. Salz, Lauch oder Stangensellerie sowie Ghee oder Sesamöl hinzufügen und weitere 5 Minuten köcheln lassen.

Vierter Gang: Glutenfreies Zwetschgen-Mohn-Crumble

STREUSEL
200 g Buchweizenmehl
3 EL Mohnsamen
150 g Butter
ca. 100 g Rohrzucker
2 TL Zimt 
große Prise Salz

Aus obigen Zutaten locker flockig Streusel kneten. Diese 20-30 Minuten in den Kühlschrank tun.

ZWETSCHGEN
Ca. 500 g Zwetschgen aus dem Glas
100 ml Rotwein oder Zwetschgensaft
2-3 EL Ahornsirup

Die drei Zutaten in eine Auflaufform geben, die Streusel darauf verteilen und voller Küchenstolz in den vorgeheizten Ofen bei 170° Grad geben. Nach 30-40 Minuten sollte das Zwetschgenmahl fertig sein. Natürlich klassischerweise mit geschlagener Sahne servieren.

Dag Weinmann ist ausgebildeter Ayurveda-Koch und -Spezialist und verwöhnt bereits seit vielen Jahren unsere Gäste in Birstein mit köstlichen und hochwertigen ayurvedischen Gerichten. Wir sagen Danke für dieses leckere ayurvedische Weihnachtsmenü und wünschen viel Freude beim Kochen und Genießen!

Ayurveda im Winter – Nichts für Asketen und Veganer

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Kräuter und Gewürze

Ayurveda-Hausapotheke gegen Erkältungserkrankungen

Ayurvedische Kräuter und einfache Gewürze aus dem Küchenschrank können Erkältungskrankheiten auf gezielte Weise positive beeinflussen. Kennen wir die Symptome und Einsatzmöglichkeiten der dazu passenden Substanzen, können wir gute Ergebnisse bei Erkältungskrankheiten erzielen.

Gewürznelken sind besonders zur Prophylaxe geeignet, unterstützen jedoch auch akut den Heilungsprozess. Sie fördern die Schleimreduktion, entkrampfen die Atemwege und haben sich bei verschiedenen Atemwegserkrankungen bewährt. Zur Vorbeugung sollte man einfach in der kalten Jahreszeit mehrmals täglich eine Gewürznelke kauen oder besser noch einen Tee bereiten: 5 bis 10 Gewürznelken in einem Liter Wasser 10 bis 20 min. abgedeckt kochen und über den Tag verteilt heiß genießen.

Kurkuma (Gelbwurz) ist ein hervorragendes Mittel bei Erkältungskrankheiten und geschwächter Abwehr, sowohl zur Vorbeugung, als auch in den Anfangsstadien und flankierend zur Behandlung. Es ist erwärmend und ‘reinigt das Blut’. Vor allem durch seinen bitteren Geschmack wirkt es sich positiv bei allen Erregerformen aus, ist quasi ‘antiseptisch’. Er ist entzündungshemmend, schmerzlindernd und entgiftend. Gern wird er bei Mandelentzündung zum häufigen Gurgeln verwendet. Generell aber kommt das Pulver innerlich in einer Dosierung von 2 bis 3 g zweimal täglich mit warmem Wasser eine halbe Stunde vor der Mahlzeit zum Einsatz.

Ingwer ist ebenfalls scharf, wärmt und fördert den Stoffwechsel. Zudem entkrampft es die Atemwege und tonisiert die Stimme. Besonders im Anfangsstadium von Erkältungskrankheiten sollte Ingwer in allen Formen eingenommen werden (als Pulver mit Honig, als Tee, als Gewürz) besonders gut ist jedoch, einen halben Teelöffel frischen geriebenen Ingwer mit einer Prise Steinsalz kurz vor den Mahlzeiten zu verwenden, ggf. mit ein paar Tropfen vom Saft einer Bio-Zitrone.

Süßholz nimmt eine wichtige Rolle bei Erkältungskrankheiten ein. Es reduziert alle drei doshas, ist bei ausgeprägter kapha-Dominanz jedoch zurückhaltend einzusetzen. Es ist ein aufbauendes Mittel (rasayana), kräftigt und harmonisiert auch die Psyche. Besonders lindernd wirkt es auf den Rachen bei Heiserkeit und Halsschmerzen. Es ist auswurffördernd und kann somit auch bei Prozessen, die tiefer in den Bronchien sitzen, eingenommen werden: als Tee 1 bis 2g 2 bis 3x täglich oder die groben Wurzelstücke kauen. Es ist eine Art „Schleimhautpflege“.

Kalmus erhält man in der Apotheke. Diese scharfe Knolle reduziert stark kapha, ist jedoch nur zurückhaltend bei dominanten pitta einzunehmen. Es ‘kratzt’ das kapha aus den Atemwegen und weitet die Bronchien. Als beruhigendes, nervenkräftigendes Kraut ist es somit besonders gut bei Asthma bronchiale geeignet. Zudem ist es gut für die Stimme und schmerzlindernd. Das Pulver wird gering dosiert: 0,5 g 2 bis 3x täglich mit Honig.

Vasa ist das klassische Heilkraut im Ayurveda für Erkrankungen, die mit Husten und Atemnot (z.B. Bronchitis, Asthma bronchiale) einhergehen. Somit ist es zu bevorzugen, wenn die Symptome in tiefere Regionen des Atemtraktes abgestiegen sind. Es reduziert kapha und pitta, ist sehr bitter, auswurffördernd und weitet die Bronchien. Allerdings erhält man es nur in ayurvedischen Fachversandhandel. Die Dosierung des Pulvers wäre 3 bis 5 g 2 bis 3x täglich mit Honig. Auch als medizinischer Likör ist es erhältlich.

Indischer Weihnrauch hat in der Fachwelt bei der Behandlung von Gelenkserkrankungen Aufsehen erregt. Es wird z.Zt. intensiv beforscht. Allerdings ist kaum bekannt, dass er mit seiner entzündungshemmenden, wundheilenden und schmerzlindernden Wirkung auch besonders für den Atemtrakt zu empfehlen ist. Er ist auswurffördernd, reduziert kapha und pitta und erhöht nachweislich die lokale Abwehr im Atemtrakt. Er wird bei chronisch-entzündlichen und eiterbildenden Erkrankungen der tieferen Atemwege empfohlen (1 bis 3g gereinigtes Pulver des Harzes 2 bis 3x täglich).

Bibhitaka ist ein berühmtes Tonikum (rasayana) im Ayurveda und Teil der Kombination Triphala (“die drei Früchte”). Es ist wärmend und reduziert alle drei doshas. Diese kräftigende Wirkung zeitigt es besonders bei Bronchitis und Asthma bronchiale. Man gibt es gern in Kombination mit anderen Mitteln für die Atemwege. Das Pulver ist unbedenklich als Nahrungsergänzung in einer Dosierung von 3 bis 6g 2 bis 3x täglich mit Honig einzunehmen und ist im Fachversandhandel erhältlich.

Glücklich mit der eigenen Konstitution

Nicht alle, die morgens in den Spiegel schauen, freuen sich über das eigene Gesicht, dass ihnen entgegenblickt. Denn mehr oder weniger hat fast jeder etwas an sich zu meckern: Die Nase ist zu lang, die Haut zu blas oder – ohje – zeigen sich da eventuell schon die ersten grauen Haare? Dabei ist es unerheblich ob jung oder alt, dick oder dünn – die persönliche Einstellung zum eigenen Selbst hängt nicht vom Attraktivitätsstatus ab, sondern von der Konstitution.

Ayurveda, die traditionelle Heilkunde Indiens betrachtet jeden Menschen als einzigartiges Individuum. Entsprechend des eigenen Konstitutionstyps verfügen wir über veränderbare und unveränderbare Aspekte der individuellen Prägungen von Körperbau, Stoffwechsel und Verhaltensweisen. Kennen wir also unsere Konstitution, so wissen wir auch, welches Potential in uns steckt und wie wir mit uns umgehen müssen, um innere Zufriedenheit, Erfolg und Gesundheit zu erlangen.

Einige der prägenden Konstitutionseigenschaften sind unveränderbar. Das heißt, wir können uns noch so sehr anstrengen, das zu verändern, was uns stört – es wird uns nicht gelingen, den Code der genetischen Grundkonstitution (Prakriti) zu durchbrechen. Anstatt Selbstoptimierung ist nun Selbstakzeptanz gefragt! Denn nur durch eine liebevolle und wertschätzende Einstellung zu sich Selbst ist es möglich, ein balanciertes Leben im Einklang mit der eigenen Konstitution auf gesunde Weise zu gestalten. Verhalten wir uns hingegen entgegen der typgerechten Bedürfnisse, so ist dies aus ayurvedischer Sicht ein Krankheitsfaktor, der körperliche und psychische Beschwerden hervorrufen wird.

Deine Konstitution – dein Schicksal

Warum bin ich die, die ich bin? Oftmals fragen wir uns, warum ausgerechnet uns das Schicksal mit einer speziellen Konstitution „bestraft“ hat, unter dessen Eigenschaften wir so oft leiden:

  • Von Vata geprägte Konstitutionstypen verfügen von Natur aus über ein schwächeres Energie- und Immunsystem. Sie erschöpfen leichter, sind untergewichtig, werden schneller krank und leiden häufig unter einem Mangel an körperlicher Kraft, Durchhaltevermögen und innerer Stabilität.
  • Von Pitta geprägte Konstitutionstypen leiden häufig von Kindheit an einer empfindsamen Haut mit Neigung zu Unreinheiten, Entzündungen sowie einem aufbrausenden Temperament und überaktiven Magen-Darm-Trakt.
  • Von Kapha-geprägte Konstitutionstypen sind mit einem anabolischen Stoffwechsel ausgestattet, der vom Kindesalter an Übergewicht und Antriebslosigkeit und im späteren Alter auch Gewebe- und Wasseransammlungen fördert.

Zu verdanken haben wir laut Ayurveda diese genetischen Prägungen den vor- und nachgeburtlichen Einflüssen der Konstitutionsprägung, welche aus dem Erbgut der Eltern, der Ernährungs- und Verhaltensweise der Mutter während der Schwangerschaft sowie klimatische und emotionale Einflüssen der ersten Lebensmonate entsteht. Wer also wirklich ungeliebte Konstitutionsprägungen „ausmerzen“ will, der sollte vor allem an die nächste Generation der eigenen Kinder denken. Durch die richtige Partnerwahl, therapeutische Reinigungstherapien in der Kinderplanungsphase sowie richtiger Ernährung und Meditation während der Schwangerschaft lassen sich epigenetische Konstitutionsprägungen auf Dauer verändern.

Glück und Schönheit ist typgerecht

Vielleicht ist es ein Phänomen der modernen Zeit, dass so viele Menschen eine negative Einstellung zu sich Selbst haben. Die wenigsten empfinden sich als schön und liebenswert, sondern sind stattdessen unzufrieden, unglücklich und unerfüllt.

Dies ist aus ayurvedischer Sicht vollkommen unverständlich! Denn jeder Mensch ist von Natur mit einzigartigen und wunderbaren Qualitäten ausgestattet, die fest in der Konstitution verankert sind. Ein Potential, auf das wir immer bauen können und das unser Leben reich, genussvoll und erfolgreich werden lässt. Gelingt es, eine positive Grundeinstellung zu den typgerechten Prägungen aufzubauen, so offenbaren sich damit auch die Stärken der eigenen Konstitution:

  • Vata-Typen zeichnen sich durch Feinfühligkeit, Kreativität und Stilbewußtsein aus. Sie sind Künstler, Ästheten, Visionäre und Heilerinnen, die mit neuen Impulsen die Welt inspirieren. Ihre äußere Erscheinung ist von einem schlanken Körperbau, feinporiger Haut und einer durchdringenden Ausstrahlung geprägt.
  • Pitta-Typen sind charismatisch, intelligent und geschickt. Sie haben von Natur eine ausgeprägte Führungsqualität, sind ehrgeizig und können andere gut überzeugen – die optimale Konstitution also für eine erfolgreiche Business-Karriere. Auch körperlich beeindruckt Pitta durch einen athletischen Körperbau, Sportlichkeit und feurige Ausstrahlung.
  • Kapha-Typen gelingt es, um sich herum eine „Wohlfühl-Atmosphäre“ zu schaffen, in der es gemütlich, entspannt und lecker zugeht. Als Genuss-Menschen verwöhnen sie sich selbst und andere gerne und sind gleichzeitig treu, ausdauernd und belastungsfähig. Trotz etwas fülligerem Körperbau bezaubern viel Kapha-Menschen auch körperlich durch ihre wohlproportionierten Kurven und positive Ausstrahlung.

Ayurveda-Tipp für deine typgerechte Selbsterfüllung

 Verleihe deinen konstitutionsprägenden Doshas (Vata, Pitta, Kapha) Ausdruck, indem du dir genügend Zeit nimmst, um deine typgerechten Bedürfnisse zu erfüllen:

  • Vata: Lebe deine Kreativität, Gestaltungsfreude und Kommunikationsbedürfnis, indem du deinen Gedanken, Gefühlen und Erkenntnissen durch Bilder, Musik und Gespräche Ausdruck verleihst.
  • Pitta: Lebe deine Produktivität und Tatkraft, indem du dir immer wieder neue Ziele und Projekte suchst, die du auf positive Weise realisierst und dann (ganz wichtig!) den wohlverdienten Erfolg genießen kannst.
  • Kapha: Lebe deine entspannte Gelassenheit und erfreue dich an den schönen Dingen des Lebens, indem du auf deine persönliche Balance von Bewegung und Ruhe sowie Geselligkeit und Rückzug achtest.

Genuss und Zärtlichkeit

Rasayanas für die Gesundheit

Endlich ist der Sommer da! Mit Licht, Wärme und Sonne bringt der Sommer gleich ein „Gute Laune Feeling“ mit sich und hilft die vergangenen langen, kalten und schwierigen Monate zu vergessen. 

Wie gut – nun ist wieder Lebensfreude und Genuss angesagt… Und das ist aus ayurvedischer Sicht das Beste, was wir für unsere körperliche und psychische Gesundheit tun können. Mit all den positiven Dingen, die uns nähren – von gutem Essen in angenehmer Atmosphäre und netter Gesellschaft bis zu einem entspannten Nachmittag auf dem Liegestuhl – schenken wir uns neue Kraft und Regeneration für Körper, Geist und Seele. 

Die Lehre der genussvollen Gesundheitsstärkung heißt im Ayurveda „Rasayana“. Dieser auch als Verjüngungstherapie bezeichnete Zweig der traditionellen Ayurveda-Medizin umfasst vitalisierende Behandlungsformen mit aphrodisierender, energie- und immunstärkender Wirkung: Entspannende Ölmassagen, süße Früchte, anregende Gewürze und Kräuter – all das macht uns aus ayurvedischer Sicht gesund, glücklich und sexy. 

Machen wir diesen Sommer also zum Rasayana-Sommer, indem wir auf gesunde Weise genießen und bei Sonne, gutem Essen und liebevollen Begegnungen unsere Batterien aufladen. Dabei sollte auch zärtliche Berührung nicht zu kurz kommen: Im Ayurveda sind sanfte Ölmassage und zärtliche Ausstreichungen eine wichtige Rasayana-Therapie, welche uns innerlich und äußerlich zum Strahlen bringen. Rasayana entspannt das Nervensystem, pflegt und verjüngt die Haut, regt den Stoffwechsel an und erfüllt uns mit Glückshormonen.

So schön kann das Leben sein, wenn wir es auf ayurvedische Art mit Rasayana gesund genießen.

4 Rasayana-Tipps für deinen gesunden Genuss-Sommer

  1. Esse täglich eine Portion frische, süße Früchte. Besonders rote Trauben, Feigen, Blaubeeren, Aprikosen und Mango zählen zu den wertvollsten Rasayana-Nahrungsmitteln.
  2. Gönne dir regelmäßige Pausen und Entspannung. Die Regeneration von Körper und Psyche funktioniert mit einem entspannten Nervensystem am besten – also immer wenn du im Außen „nichts tust“ baut dein Körper neue Immun- und Lebenskraft (Ojas) auf.
  3. Genieße ayurvedische Massagen mit sanfter Berührung und warmem Öl. Zärtliche Hände, die deinen ganzen Körper mit warmem Öl ausstreichen wirken belebend und erneuernd auf deinen Zellstoffwechsel, Haut und Hormonhaushalt. Als Massageöl mit bester Rasayana-Wirkung empfiehlt Ayurveda Dhanvantara Tailam oder Sesamöl.
  4. Nutze die Kraft von Gewürzen und Kräutern: Zu den bekanntesten Rasayana-Pflanzen zum Ausgleich stressbedingter Beschwerden zählen Amla, Manukarpani und Ashvanganda. Eine weitere Rasayana-Rezeptur, die alles Gute in sich vereint, ist der Amla-Gewürzmus Chyavanprash. Bereits ein halber Teelöffel dieser vitalisierenden Nahrungsergänzungen am Morgen gibt uns Kraft für den ganzen Tag.

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Ayurveda und Fasten

Jetzt beginnt die Fastenzeit! Im Ayurveda ein Anlass, den Stoffwechsel so richtig anzukurbeln, um Altes und Unverdautes zu verbrennen und loszulassen. Und dabei noch ein paar überflüssige Pfunde zu verlieren, ist für viele sicherlich auch nicht schlecht. Das Frühjahr ist naturgemäß die optimale Jahreszeit zur Entschlackung. Während des von Vata-Dosha dominierten Winters hat der Körper viel angesammelt, um sich zu stabilisieren und zu schützen. Mit den ersten Frühlingssonnenstrahlen gehen nun die Schleusen auf und wir sind eingeladen, überschüssiges Kapha und Ama abzubauen. Wer dies nicht freiwillig mit einer Anti-Kapha-Frühjahrskur macht, wird meist in Form einer Frühjahrsgrippe dazu gezwungen. Also lieber präventiv in Freude und Leichtigkeit fasten, als krank im Bett zu liegen …

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Pubertät

Zeit des Feuers, Zeit der Rebellion

In den unterschiedlichen Lebensphasen stellt die Pubertät eine der natürlichen „Krisenzeiten“ für Körper und Psyche dar. In ihr unterliegt der Organismus einem starken Ungleichgewicht, das durch einen übermäßigen Pitta-Schub verursacht wird. Mit immenser Kraft entfaltet sich das Feuer-Element in dem heranwachsenden Menschen und beeinflusst nun seine Erscheinung, Charakterausprägung, das Hormonsystem, den Stoffwechsel und die täglichen Verhaltensformen. 

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Stärke Dein Immunsystem!

Mit Ayurveda gesund durch die kalte Jahreszeit

Die Tage werden kürzer, die Nächte wieder kälter. Es ist kühl und nass draußen. Das ist doch nur genießbar mit einer warmen Tasse Tee und der Kuscheldecke auf dem Sofa! Oder?

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