Die richtige Sportart für Vata, Pitta, Kapha

Sport ist wichtig für die Gesundheit, das weiß der Ayurveda genauso wie die moderne Medizin. Bewegung beugt nicht nur Erkrankungen vor, sondern hilft auch dabei, in stressigen Phasen gelassen zu bleiben. Es macht also Sinn, Sport nicht nur sporadisch zu betreiben, sondern ihn fest in unser Leben zu integrieren. Das gelingt am besten mit einer Sportart, die wirklich zu Ihnen und Ihrer Konstitution passt. Doch was eignet sich am besten für Vata, Pitta, Kapha? Dieser Frage wollen wir hier auf den Grund gehen.

Viel Bewegung für den Vata-Typ

Vata-Konstitutionen kann man vergleichen mit einem agilen Rennpferd: schnell, gewandt und schwungvoll. Allerdings ermüdet dieser Typ relativ schnell und ist verletzungsanfällig. Aufgrund seiner Affinität zu Raum (Äther) und Luft sind Bewegungsformen mit Musik besonders interessant: Tanzen, allein, paarweise oder in der Gruppe tut Vata besonders gut.

Tai Chi Chuan, Qi Gong, Yoga erden Vata. Geeignet sind auch Ballsportarten und ähnliches wie Tennis oder Badminton. Bei Sportarten wie Fußball u. ä. muss dieser Typ besonders darauf achten, sich nicht zu verletzen.
Vata liebt die Gemeinschaft, Einzelsportarten sind nicht so sein Ding und werden schnell aufgegeben. Außerdem liebt er den Wandel, Vata sollte also nicht auf eine Sportart begrenzt werden. Vielmehr sollte er sich auch selbst die Erlaubnis geben, immer wieder mal zu wechseln und neue Gefilde zu erkunden.

Zur Erdung und zur Disziplinierung empfehle ich Vata dauerhaft auch irgendeine Form von Krafttraining / Muskeltraining. So baut er einerseits Substanz auf, von der er im Alter zehren kann. (Im Alter vermehrt sich Vata noch!) Andererseits trainiert er seinen unsteten Geist in Impulskontrolle, was für die mentale Gesundheit wichtig ist.

Sport für die Pitta-Konstitution

Pitta hat die Geschwindigkeit von Vata und die Ausdauer von Kapha und das gibt ihm das Potential zu ausgezeichneten sportlichen Leistungen. Pitta mag Einzelsportarten, z. B. Klettern, Bouldern, Skifahren, Fallschirmspringen. Er fordert sich gerne und überfordert sich leider immer wieder. Er liebt den Wettkampf und ist – wenn im Gleichgewicht – eine gute Führungspersönlichkeit.

Pitta profitiert von Mannschaftssportarten, weil er hier lernen muss, den Ball abzugeben, zusammenarbeiten und auch die Erfolge mit anderen zu teilen.
Pitta überfordert sich gerne und verliert schnell das Interesse, wenn zum Beispiel im Wettkampf die Erfolge ausbleiben oder die Gewinnquoten nicht gut genug sind. Im Yoga geht er auch oft und gerne an seine Grenzen. Hier braucht es ebenfalls das rechte Maß.

Das passende Training für Kapha

Kapha blüht meist erst spät auf.
Er ist von Natur aus entspannter, gelassener und gesammelter als die anderen Typen. Er braucht Motivierung und Unterstützung.
Die größte Belohnung für den Kapha-Typen hat normalerweise weniger mit dem Gewinnen zu tun als mit dem Spielen selbst.

Für Kaphas ist Krafttraining besonders geeignet, weil es ihm hilft, das Verhältnis von Magermasse zu Körperfett positiv zu beeinflussen und stabil zu halten. Ansonsten sind sanfte Formen das Ausdauertrainings mit wenig Gelenkbelastung förderlich (Fahrradfahren, sanftes Walken, Schwimmen, Aquafitness). Wenn es ihm Spaß macht, mit anderen gemeinsam in Kurse zu gehen, sollte er besonders bei schnellen, dynamischen Tanzkursen auf eine saubere Technik achten, weil sonst die Gefahr von Verletzungen besteht (Knie / Rücken).

Ausdauersport gegen den Stress

Für alle Konstitutionen gilt: Störungen haben immer Vorrang, das heißt ein Trainingsprogramm sollte immer auch die aktuelle Situation (Vikriti) berücksichtigen.
Ein erfahrener Trainer begleitet den Kunden so, dass er seiner wahren Konstitution (Prakriti) schrittweise immer näher kommt und mittel- bis langfristig das optimale Training findet. Daher kann es sein, dass die Trainingsempfehlungen sich in den ersten Monaten verändern.

Alle Konstitution sind in unserer modernen Gesellschaft zwei herausragenden Gefahren ausgesetzt: Sitzen und Stress. Beides erhöht Vata. Da viele Menschen unter einer Vata-Störung leiden, ist ein moderates Grundlagen-Ausdauertraining in welcher Form auch immer über alle Konstitutionen hinweg dringend anzuraten.

Ausdauertraining baut Stresshormone ab und verbessert gleichzeitig sowohl den Stoffwechsel als auch das Herz-Kreislauf-System. Dabei spielt es fast keine Rolle, was man macht: Etwas flotter Spazierengehen, Walken, Joggen oder Schwimmen.

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