Agni zur Adventszeit

Warum wir vor Weihnachten mehr naschen dürfen

Für viele von uns beginnt zu Advent eine der schönsten Zeiten des Jahres: Nicht nur die Tage werden immer dunkler und kürzer, es wird auch gemütlicher: Wir kuscheln uns am Abend in warme Decken, zünden Kerzen an und überall riecht es nach Plätzchen, Stollen und bald kommt ja auch noch die traditionelle Weihnachtsgans…

Glücklicherweise verfügen wir im Dezember über ein außerordentlich starkes Verdauungsfeuer (Agni). Und wie jeder Ofenbauer und Kaminbesitzer aus eigener Erfahrung weiß: Wenn es draußen kälter wird, brennt das Feuer im Ofen besser.

Oftmals haben wir im Winter einen ausgeprägten Appetit und wir essen mehr und häufiger als gewöhnlich. Überall stehen Süßigkeiten und Plätzchen, die wir lustvoll genießen. Und am Abend treffen wir uns dann auch noch mit Freunden, Familie oder Kollegen zum Essen und Feiern. Erstaunlicherweise vertragen wir all dies besser, als man vielleicht vermuten könnte.

Warum das so ist, erklärt der alte Ayurveda-Arzt Susrutha auf anschauliche Weise: „Wie in einem Ofen aus Lehm, obwohl es kalt ist, das Feuer noch heißer brennt als in freier Natur, so nimmt auch Agni in der kalten Jahreszeit, geschützt von unserer Körperhülle, zu.”

Im weiteren Text empfiehlt Susrutha, im Dezember keinesfalls zu wenig oder zu leicht zu essen. Unser starkes Verdauungsfeuer braucht nun gute Nahrung, um nicht an Kraft zu verlieren. Wir sollten wir stärkende Speisen zu uns nehmen, die unser körperliches und mentales Wohlbefinden nähren und brauchen uns dabei keine Gedanken über Kalorien und Gewichtszunahme machen. Im Gegenteil: Der Genuss von süßen, öligen und nährenden Speisen ist im Winter der Gesundheit ausgesprochen zuträglich.

Zu den winterlichen Lieblingsspeisen der traditionellen Ayurveda-Heilkunde zählen verschiedene Süßigkeiten aus Honig, Zuckerrohr und Nüssen, Milchprodukte aller Art, Fleischsuppen sowie alle süßen, sauren und salzigen Nahrungsmittel. Auch ein Glas Wein am Abend ist erlaubt und stärkt Herz, Immunkraft und die Fortpflanzungsgewebe.

Es darf also nach Susruthas Anleitung geschlemmt werden!

Voraussetzung für diese üppigen Empfehlungen ist natürlich, dass wir über ein starkes Verdauungsfeuer verfügen, welches in uns lodert und uns mit gutem Appetit und Lust am Leben segnet. Leiden wir hingegen unter wintertypischen Beschwerden, Stress, Verdauungsbeschwerden oder anderen gesundheitlichen Problematiken, so sollten wir auch im ayurvedischen Früh-Winter (Hemanta Ritu) die drei Grundregeln der ayurvedischen Ernährungstherapie nicht außer Acht lassen:

  • Esse nur dann, wenn Du wirklich hungrig bist
  • Vermeide unverdauliche Nahrung von schlechter Qualität
  • Bereite Dein Essen mit Liebe zu und genieße es in Achtsamkeit

 

 

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