Yoga und kalte Füße

Gerade in der kühleren Jahreszeit fällt es schwer, auf der Matte mit nackten Füßen zu stehen. Meist fühlen sich die Zehen klamm an, irgendwie ist es ungemütlich. Viele greifen dann zu Yogitoes, Söckchen oder Stulpen. Leider verhindern genau die eine konzentrierte Fußarbeit.

Unsere Füße führen ja ohnehin ein meist dösendes Dasein in Schuhen. Sie zum Arbeiten zu bewegen, erfordert Geduld und Ausdauer.

Die Durchblutung in den Füßen wird dabei durch Verschiedenes angeregt. Intensives Strecken und Heben der Zehen, Pressen der Fußsohle, Spreizen der Zehen, Zehenstand und intensive Fußarbeit in den Asanas. Dabei macht es keinen Unterschied, ob diese im Stehen, Sitzen oder Liegen ausgeführt werden.

Jede bewusste Bewegung der nackten Füße erfrischt und bringt Geschmeidigkeit und ein Gefühl der Erdung in den ganzen Körper.

Mit dem wärmenden Wollkokon umgeben, tut sich dort nichts. Selbst eine rutschfeste Socke erzieht den Fuß zum trägen Weichling.

Oft haben wir in Mitteleuropa richtig Angst davor, dass, wenn die Füße kalt werden, sich auch gleich eine Erkältung ankündigen wird. Dafür spricht wissenschaftlich nichts. Erkältungen sind übertragbare Infektionen, welche am ehesten in U-Bahnen und anderen schlecht gelüfteten Räumen weitergereicht werden.

Wir haben in unseren Breiten das Frieren abgeschafft, obwohl Ayurveda viel davon hält.

Leichtes Frieren oder Frösteln von Zeit zu Zeit weckt das Immunsystem erst richtig auf und regt den Stoffwechsel (Agni) an. Auch Yoga wurde traditionell in den Höhenlagen des Himalaya praktiziert (auch hier ohne Socken), ohne, dass Schnupfen hier jemanden aufgehalten hätte.

Ein gutes, warmes, ayurvedisches Fußbad nach der Praxis mit einem duftenden wärmenden Öl versöhnt.

Achte beim barfüßigen Yoga auf folgende wichtige Dinge:

  • Lüfte den Raum gut. Er sollte idealerweise eine Temperatur haben, die du vielleicht sogar etwas frisch findest.
  • Verlier die Furcht vor Erkältungen, die durch die Füße kriechen.
  • Atme, übe dein Pranayama im Stehen, presse deine Fußsohlen in den Boden.
  • Massiere deine Füße! Sie sind dankbar für deine Fürsorge vor und nach der Übungspraxis (und auch sonst). Gut erwärmtes Bio-Sesamöl mit einigen Tropfen eines geliebten ätherischen Öls zur Fußmassage beschließt deine Yogastunde mal anders.
  • Probiere harte Faszienbälle zu Beginn der Stunde aus, um die Sehnen und Gewebe elastisch zu machen, sie auf deine Stunde vorzubereiten.
  • Gehe öfter mal barfuß, wo es unbequem ist, und genieße das Gefühl, dich mit der Erde zu verbinden.
  • Liebe deine Füße. Jede Asana beginnt mit der Verbindung deiner Fußsohlen zur Erde, dann dehnt sich dein Körper zum Himmel.
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