Ayurveda für einen guten Schlaf

Jeder von uns hatte wahrscheinlich schon mal eine schlaflose Nacht, freiwillig oder unfreiwillig. Doch viele unserer Klienten im Ayurveda leiden massiv unter den Folgen ihrer Schlafstörungen und sind bereit, fast alles zu tun, um nur wieder einen guten Schlaf zu finden.

Laut Ayurveda schadet zuviel Schlaf der Gesundheit und vermindert die geistige Klarheit. Doch in Zeiten von visueller und auditiver Reizüberflutung, Schichtdienst und Erschöpfungssyndromen leiden weitaus mehr Menschen unter den negativen Folgen von zu wenig Schlaf als von zu viel. Häufig ist der Kopf (und Magen) am Abend so voll, dass er keine Ruhe findet und uns am Einschlafen hindert. Oder unser Schlaf wird immer wieder unterbrochen, da wir nachts häufig auf die Toilette müssen, von negativen Gedanken und Sorgen gequält werden oder einfach von körperlicher Unruhe und Anspannung gequält werden.

Was es auch immer ist, dass uns den Schlaf raubt, es nimmt uns nicht nur die süßen Träume, sondern auch einen Großteil unserer essentiellen Lebensenergie und Abwehrkraft (Ojas). Denn unser gesamter Stoffwechsel ist so programmiert, dass sich während des Entspannungszustandes in der Nacht alle körperlichen und geistigen Kräfte auf optimale Weise erneuern. Fehlt uns der Schlaf, so gehen wir leer aus.

So sollten wir aus Liebe zu unserem regenerativen Bio-Zyklus speziell die Zeit zwischen 23.00 – 2.00 Uhr  nicht vor dem Fernseher und Computer verbringen, sondern lieber im ersten Tiefschlaf. Gelingt dies nicht, so hat dies unweigerlich eine Erhöhung des Vata-Doshas zur Folge, was bekannterweise ja erneut zu weiteren Schlafstörungen führen kann. Ein Teufelskreis!

Wie können wir dieser Spirale entkommen?

Als erstes gilt es, die Ursachen für die Schlafstörungen zu entschlüsseln: Sind wir von Natur aus mit zuviel Vata “gesegnet”, dann begleiten uns Einschlaf- und Durchschlafstörungen wahrscheinlich bereits von Kindesbeinen an. Grundlegende Empfehlungen der ayurvedischen Ernährungs- und Ordnungstherapie – wie drei regelmäßige, warme Mahlzeiten am Tag sowie keine Rohkost mehr nach 16.00 Uhr – sollten fest in den Alltagsrhythmus integriert werden und helfen nun, den Vata-Überschuss zu regulieren.

Liegt die Ursache unserer Schlafprobleme eher auf der mentalen Ebene – durch zuviel Pitta und Rajas verursacht – so erkennen wir dies dadurch, dass wir am Abend nicht zur Ruhe kommen können, uns unruhig im Bett hin und her wälzen und der Kopf lauter Gedankenmüll produziert, den kein Mensch brauchen kann. Aus lauter Verzweiflung schalten nun viele den Fernseher an – tauschen sozusagen den inneren Lärm gegen äußeren Lärm aus – und fallen dann schließlich bei laufendem Programm in komatösen Schlaf. Blöd nur, dass Fernsehen einen Vata-erhöhenden Effekt hat und wir uns auf diese Weise neben der Pitta-Störung noch eine Vata-Störung heranzüchten.

Andere wiederum versuchen es mit Rotwein und Süßigkeiten. Eine Methode, die zwar ein kurzfristiges Gefühl der Entspannung und Schwere schafft, aber im Anschluss den Stoffwechsel in seinem regenerativen Aufbauprozess behindert und damit ebenfalls einen Ojas-Verlust zur Folge hat.

Die Lösung für alle, denen es schwer fällt, am Abend herunter zu schalten, hat zwei Aspekte: Einerseits sollten wir zur aktiven Nachmittagszeit nochmals so richtig Gas geben und den Körper auspowern, damit der Druck aus dem Kopf weichen kann. Bewährte Methoden dazu sind ein schweißtreibendes Sportprogramm oder beschwingte Garten- und Hausarbeit. Andererseits sollten wir alle anregenden Einflüsse am Abend (ab 19.00 Uhr) meiden. Dazu zählen schwere, scharfe, bittere und kalte Speisen, Streit, Stress und zu viel Bewegung.

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Gründe für Schlafstörungen, die meistens medizinischer Natur sind: Von Hormonschwankungen oder Prostatabeschwerden bis zu Herzrhythmusstörungen – vieles beeinträchtigt unser Schlafverhalten und benötigt die fachliche Untersuchung eines guten Arztes oder Therapeuten.

Hilfreich für alle Arten von Schlafproblemen sind Entspannungübungen, Ölmassage, Schlaf-Milch und Ashwaganda am Abend. Diese können in ein kleines Ritual verpackt werden, denn sich wiederholende Rituale haben ebenfalls einen beruhigenden Effekt:

  1. Bereite Dir am Abend eine warme Milch zu mit 3-4 Safranfäden, 1/4 TL Kardamom, 1 MS Muskat, 1/4 TL Ashwanganda und etwas Vollrohrohrzucker. Dazu die Milch erhitzen, die Gewürze und Kräuter zugeben, gut verrühren und in kleinen Schlucken trinken. Statt Bio-Kuhmilch kann auch Mandelmilch (eingeweichte und in warmem Wasser pürrierte Mandeln ohne Schale) verwendet werden.
  2. Massiere Deine Fußsohlen, das Kreuzbein und den Nacken mit warmem Öl. Optimal wirken Johanniskrautöl oder Kshirabala-Thaila.
  3. Praktiziere vor dem Schlafengehen eine kleine Entspannungsübung und Körperreise, in der Du zuerst deinen Körper aktiv an- und entspannst, den Atem bewusst durch alle Körperteile ein- und ausfließen lässt und anschließend eine Tagesrückschau übst, bei der Du versuchst, alle Erlebnisse, Empfindungen und Eindrücke des Tages (rückwärts vom Abend zum Morgen) Revue passieren zu lassen, um sich dann von ihnen zu verabschieden.
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