Ayurveda bei Erkältungserkrankungen

Wenn es draußen so richtig kalt wird, dann ist es wichtig, sich schon warm anzuziehen. Denn Ayurveda, die traditionelle Medizin Indiens, verhindert und behandelt Krankheiten immer durch die ausgleichende Balance gegensätzlicher Qualitäten: Bei Erkältungen braucht es warme und erhitzende Therapien, die das körperliche und mentale Immunsystem stärken. Denn mit zunehmender Kälte, Wind und Dunkelheit steigen Vata und Kapha an und verstärken die Anfälligkeit für Schnupfen (Pratishyaya), Husten (Kasa) und Atemnot (Shvasa), sowie depressive Verstimmungen, den sogenannten Winterblues.

Je nach Konstitution und Lebensgewohnheiten neigen wir nun eher zu Vata-typischen Erkältungskrankheiten, die mit trockener Kälte und Rauheit einhergehen, oder zu Kapha-Ansammlungen, welche sich in feuchter Kälte, Schleimansammlungen, Schweregefühl und Dumpfheit zeigen.

So gilt es also als erstes zu diagnostizieren, ob eine Vata-Erkältung mit trockenem Husten, rauen Schleimhäuten, Spannungsschmerzen und Immunschwäche, oder ein Kapha-Schnupfen mit dicker Schnupfnase und tränenden Augen, Müdigkeit und Gliederschmerzen vorherrscht. Im weiteren Verlauf können Pitta-Beschwerden wie Entzündungen oder Fieber die Erkältung zu einer handfesten Grippe werden lassen. Entsprechend dieser unterschiedlichen Symptome sollten die ausgleichenden Ernährungsempfehlungen und Kräuterrezepturen angepasst werden.

Erkältungsbedingte Vata-Symptome Erkältungsbedingte Pitta-Symptome Erkältungsbedingte Kapha-Symptome
trockene Schleimhäute, dünne Sekrete, Niesreiz, trockener intensiver Husten, Heiserkeit, Atemnot, Schmerzen, Kältegefühl, Schwäche, plötzlicher Beginn und schneller Krankheitsverlauf Rötung der Schleimhäute, gelblich-grüne Sekrete (Eiterbildung), Hitzegefühl oder Fieber, Durst, Brennen dicke festsitzende Sekrete, feuchter produktiver Husten, Atemnot, Kältegefühl, Müdigkeit und Schweregefühl, langsame Ausprägung der Symptome

Unabhängig von den typgerechten Symptomen der Erkältung gibt es aber auch eine wichtige Gemeinsamkeit: Immer dann, wenn ein Schnupfen oder eine Grippe im Anzug sind, ist auch der Stoffwechsel (Agni) geschwächt und neigt zur Bildung von Ama (unverdaute Stoffwechselrückstände), welches die Prana-Vaha-Srotas (Atemwegskanäle) blockiert. Die führt zu einer Beschleunigung des Krankheitsprozesses und macht aus einem einfachen Schnupfen schnell eine infektiöse Erkältungskrankheit.

Um diesen Krankheitsprozess zu verhindern, empfiehlt die ayurvedische Heilkunde als Sofort-Maßnahme ein 1-2tägiges Detoxprogramm mit leichter Suppenkost und Brühen zur Immun- und Agni-Stärkung. Traditionell werden hier leichte Dal-Gerichte aus Hülsenfrüchten mit speziellen Gewürzmischungen verabreicht, wie Channa-Dal (Kichererbsen) mit Hing, Ajwain und Ghee oder eine grüne Mungdal-Suppe mit Trikatu und Minze. Und für Nicht-Vegetarier oder Veganer ist aus ayurvedischer Sicht auch eine gute Hühnersuppe – wie sie bereits unsere Großmutter gekocht hat – eine wirkungsvolle Heilkost für´s Immunsystem.

3 Ayurveda-Ernährungstipps gegen Erkältungserkrankungen

  1. Am Morgen und am Nachmittag warmen Ingwertee mit Honig und etwas Zitrone trinken. Dies balanciert die Doshas und stärkt die Abwehrkräfte.
  2. Gewürzen wie Kurkuma, Beifuß, Pfeffer, Ingwer, Gewürznelken und Zimt heizen dem Stoffwechsel ein und reinigen die Leitbahnen und Atemwege.
  3. Um Agni zu stärken und Ama zu reduzieren sollten zu den Hauptmahlzeiten Gemüsesuppen und Eintöpfe mit Hülsenfrüchten bevorzugt werden. Besonders gut sind nun bittere Blattgemüse wie Spinat, Mangold und Chicorée sowie basische Wurzelgemüse wie Möhren, Pastinaken oder Sellerie. Alle kalten und schwer verdaulichen Speisen sowie saure und schleimigen Speisen hingegen sind zu meiden.

 

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