Kunst – die Sprache unserer Seele

Kunst ist Nahrung für die Seele, so lehrt die ganzheitliche Ayurveda-Heilkunde. Unsere Sinneseindrücke wirken direkt auf den Geist (Manas) und die feinstofflichen Körperhüllen (Koshas) ein. Ebenso kommunizieren die Sinne mit den Doshas: Über das Ohr harmonisiert Musik das Vata-System, über die Nase aktivieren Düfte die Kapha-Funktionen und über die Augen wirken Bilder und Farben auf die intellektuelle und transformierende Kraft von Pitta ein.

Mit den Augen erblicken wir nicht nur das Schöne und Hässliche der äußeren Welt – die Augen sind auch das Tor unserer Seele. Unsere körperlichen und mentalen Funktionen reagieren direkt auf innere und äußere Bilder, die wir „vor Augen haben“, und das Visualisieren von inneren Bildern wird als wichtiges Instrument betrachtet, um zwischen Gedanken und Emotionen (Manomaya Kosha) zu kommunizieren und subtile Eindrücke zu verarbeiten. Auch die ayurvedische Psychologie nutzt die Kraft der inneren Bilder für die Klärung und Stärkung des Geistes (Manas).

Besuchen wir ein Museum oder eine Galerie, so können wir uns manchmal nicht genau erklären, warum einige Kunstwerke oder Bilder besonders faszinierend für uns sind und andere weniger. Mit dem Einlassen auf ein Kunstwerk treten wir in Dialog mit unserem tief verankerten Wertesystem (Buddhi) und gewinnen damit Zugang zu den seelischen Dimensionen unseres Selbst (Prakriti).

Mich persönlich macht es glücklich, die außergewöhnlichen Bilder der Gond Art zu betrachten. Die Gonds sind ein Volk aus Madhya Pradesh, die mit ihren bunten Bildern und feinen Zeichnungen eine tiefen Verbundenheit zu den Urkräften der Natur schaffen. Heilige Tiere, heilsame Pflanzen und mystische Götter werden auf einzigartige Weise gezeigt und interpretiert. Damit spricht die Gond Art genau das an, was auch am Ayurveda so fasziniert: Das Einsfühlen mit den elementaren Kräften der Natur und das Wissen um die irdische und kosmische Dimension der Schöpfung.

Zu alten Zeiten schmückten die Gonds großformatig ihre Häuser und Kultgegenstände mit den bunten Malereien. Also eine Art traditionelles Dschungel-Graffiti… Heute prägen sie eine moderne und außergewöhnliche Malerei auf Leinwand und Lehm. 

Wer die Gond Art kennenlernen und dabei den heilenden Urkräften von Himmel und Erde ein wenig näher kommen will, der sollte im Mai und Juni die Gond Art-Ausstellungen in den Räumen der Ayurveda-Akademie mit angeschlossenem Kurzentrum in Birstein und im AyurSoul in Frankfurt besuchen. Du bist herzlich willkommen!



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