Sind Frauen spiritueller als Männer?

Egal auf welche Fortbildungsveranstaltung ich gehe – ob als Referentin oder Teilnehmerin –, es sind immer viel mehr Frauen dabei als Männer. Gerade wenn es um Gesundheitsthemen, Persönlichkeitsentwicklung oder Spiritualität geht, haben Frauen offensichtlich die Nase vorn. Dies hat – so habe ich nun gelernt – mit dem weiblichen Dharma (Lebensaufgabe) zu tun.

Mit den Begriffen Dharma, Artha und Karma beschreiben die Veden sehr genau, worauf es für einen gesunden Menschen in einem gesunden Leben ankommt:

  • Dharma – die Erfüllung der individuellen Pflichten und Verantwortlichkeiten
  • Artha – der Verdienst bzw. Erwerb von Wohlstand
  • Karma – der bewusste und selbstreflektierte Umgang mit Wünschen und Begehrlichkeiten

Erkennen und leben wir unser individuelles Dharma, sind wir erfüllt von der Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns und erfahren jeden Tag neues Glück und Zufriedenheit in unseren Handlungen und Beziehungen. Wir sind stark, hilfsbereit und leistungsfähig, denn je mehr wir geben, umso mehr empfangen wir auch zurück. Diesen wünschenswerten Zustand erlangen wir durch das Wissen um unser Dharma.

Warum sich nun viele Frauen liebend gerne mit ihrem Dharma beschäftigen und dafür begeistert Psychologie-Bücher und Selbsterfahrungseminare in Anspruch nehmen, während Männer oftmals vorrangig mit Artha beschäftigt sind, lässt viele Interpretationsspielräume offen. Eine sehr schöne Erklärung zu diesem Phänomen habe ich letztlich bei Chuck Spezzano – einem bekannten Psychologen, Buchautor und Beziehungsexperten – gehört: Frauen haben die Aufgabe, ihre Männer auszubilden in Sachen Gefühle und Beziehungen. Dies machen sie am besten mit der praktischen Anwendung von Liebe, Vertrauen, Vergebung und Humor in der Kommunikation und Herzensbildung.

Auch mein Yogalehrer hat immer gesagt, Frauen sind die emotionale Intelligenz einer jeden Beziehung und ihre innere Haltung prägt das gesamte Klima des Zusammenseins. So wie ich das verstehe, haben wir Frauen die spirituelle Aufgabe, unsere emotionalen Potentiale zu entwickeln und heilend ins Leben einzubringen. Damit sind wir aber nicht spiritueller als Männer (ist eh ein blöder Vergleich), sondern erfüllen „nur“ unser weiblichen Shakti-Dharma. Und dies macht Männer und Frauen gleichermaßen glücklich!

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